Storytelling - Die Kunst zu erzählen

Alles hat eine Geschichte.

Die Kunst besteht darin, sie so zu erzählen, dass andere sie hören möchten, sie lieben und weitererzählen.

Johanna Badorrek, Story-Gardening: Redaktion, Lektorat, Storytelling, Coaching, psychologische Beratung, Fotografie, Fotos

Jedes Ding hat seine Geschichte

Und es lohnt sich immer, sie zu erzählen. Ein einzelnes Wort ist eine Vokabel, die sicher auch wertvoll ist, denn sie ist immerhin fast der kleinste Baustein einer Geschichte. Doch erst in der Verflechtung einer Geschichte wächst ein einzelner Begriff über sich hinaus. Im Alltag genauso wie im Buch oder im Business.

 

Ein Fahrrad ist so lange eine bloße Vokabel, wie es keine Geschichte hat. Wird es aber zum Fahrrad, mit dem ich durch die Alpen fahre, das tapfer jede Steigung mitmacht und abends am Baum lehnt, während ich mit einem Bier in den Sonnenuntergang schaue, wird es ein Gefährte, ein Freund.

 

Allein auf diesem Hintergrund wächst das tapfere Fahrrad über sich  hinaus, erzählt von Zuverlässigkeit, Sehnsucht, Freiheit und Selbstbestimmung.

 

Menschen könne mit Geschichten viel mehr anfangen als mit bloßen Vokabeln. Vokabel müssen wir auswendig lernen,  Geschichten merken wir uns auch nebenbei. Denn Geschichten sind wie das Leben, es passiert etwas, sie sind nicht statisch und bilden einen Zusammenhang. Das kennt das menschliche Gehirn von Geburt an. Das ist auch viel interessanter als eine einzelne Vokabel.

 

Wobei es natürlich auch langweilige Geschichten gibt. Aber auch eine langweilige Geschichte ist noch immer besser als eine bloße Vokabel. Es sei denn, die einzige Vokabel erzählt eine Geschichte. 

 

Storytelling - jedem Ding und jedem Moment seine Geschichte geben und so explizites und implizites Wissen vermitteln. In jeder noch so kleinen Geschichte steckt auch immer etwas zwischen den Zeilen.

 

Jede Geschichte zählt: Darum geht es beim Storytelling im Coaching

Geschichten wachsen überall im Leben. Sie prägen uns von Kindesbein an, säen sich von selbst aus. Viele schlagen unbemerkt Wurzeln in unserem Unterbewusstsein, nehmen Einfluss auf Entscheidungen – und damit auf unser Leben. Manche bleiben in Erinnerung, andere vergessen wir sofort – was nicht heißt, dass sie nicht wirken.

 

Geschichten wirken immer. Ob wir bewusst mit ihnen umgehen, wie Journalisten, Autoren, Regisseure und Fotografen, oder sie ganz nebenbei im Alltag passieren – „Als Kind wollte ich Pirat werden, heute sitze ich von acht Uhr morgens bis acht Uhr abends im Büro.“ Auch diese Aussage ist schon eine Geschichte.

 

Geschichten machen etwas mit Menschen. Sie wirken nach außen und innen. Sie haben Macht und funktionieren weit über das bloße Wort hinaus. Sie aktivieren mehr Gehirnareale als eine simple Information, wecken Gefühle, bleiben besser in Erinnerung, berühren und bewegen.

Wenn wir anderen Geschichten von uns erzählen, dann glauben sie uns diese - sie werden wahr für unser Gegenüber. Erzählen wir sie oft genug, werden sie auch für uns selbst wahr. Auch dann, wenn sie nicht stimmen.

 

Hier setzt Storytelling im Coaching an, die Arbeit an der eigenen Geschichte. Natürlich kann man auch mit den Geschichten anderer arbeiten, mit bekannten und bekannten Geschichten, Erzählungen von Freunden oder der eigenen Familie.

 

Doch egal, wie und womit wir arbeiten, es geht stets darum, sich über die Geschichten, die unser Leben bestimmen, klarzuwerden. Erst dann können wir sie verändern und neu erzählen. Erst dann können wir sie so erzählen, dass sie zu den Geschichten werden, die uns glücklich machen.